Die Charente, eines der schönsten Gebiete zum Wasserwandern, beschert uns 164 schiffbare Kilometer von Angouléme bis zum Atlantik, wovon die letzten 24 Kilometer ab Tonnay-Charente gezeitenabhängig sind. Obwohl man die Charente lange Zeit von der Liste der schiffbaren Gewässer gestrichen hatte, haben die Départements Charente und Charente-Maritime, denen diese Wasserstraße zur Verwaltung übergeben wurde, die Schiffbarkeit auf der gesamten Strecke wiederhergestellt. Eine Charterfirma und ein Hotelschiff werden auf dem Fluß betrieben, daneben veranstalten Ausflugsdampfer Tagesausflüge zwischen Rochefort und Cognac. Auch Sportboote kommen immer häufiger hierher, obwohl die Charente keine Verbindung zu den übrigen Binnenwasserstraßen hat.
Von der See bis Km 134 wird der Fluß als Zufahrtsweg zu den Häfen von Rochefort und Tonnay-Charente angesehen, Sportboote dürfen die Berufsschiffahrt nicht behindern und auch nicht in der Fahrrinne ankern.
Stromaufwärts von Tonnay-Charente geschieht das Befahren des Flusses ausschließlich auf eigenes Risiko, obwohl große Anstrengungen gemacht werden, die Fahrrinne und die Uferbauten instandzuhalten. Es gelten bestimmte Regeln, si ist z.B. die Fahrgeschwindigkeit mit 12 Km/h im Département Charente-Maritime festgesetzt (stromaufwärts bis Km 67), und mit 10 Km/h im Département Charente. Es kommen auch örtliche Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 6 Km/h vor.

Hier gibt es 21 Schleusen, mit Mindestabmessungen von 34,00 m x 6,30 m. Die Schleuse von Saint-Savinien (48,50 m x 8,00m ) wurde 1968 im Zusammenhang mit dem Flußausbau- und Hochwasserregelungs-Programm erbaut. Viele der anderen Schleusen sind nicht bemannt und man muß sich eigenhändig durchschleusen. Anleitungen dazu haben die zuständigen Schiffahrtsbehörden herausgegeben.

Im gezeitenabhängigen Mündungsgebiet beträgt die geringste Tiefe bei Niedrigwasser 3,00 m. Stromaufwärts bei Cognac wird die geringste Tiefe bei Niedrigwasser mit 1,50 m angegeben. Im Sommer, wenn die Wehre in Saint-Savinien und La Baine geschlossen gehalten werden, kann man mit Wassertiefen von 2,50 m rechnen. Stromaufwärts nehmen die Tiefen stetig ab; um Jarnac lotet man 1,50 m; zwischen Cháteauneuf und Angouléme 0,80 m bis 1,00 m.

Die festen Brücken haben eine Mindestdurchfahrtshöhe von 3,55 m über dem höchsten schiffbaren Wasserstand. Diese Angabe bezieht sich auf die Eisenbahnbrücke (Pont de la Cépe) bei Km 133, die zweitniedrigste Brücke ist bei Km 32 in Vibrac, mit einer Durchfahrtshöhe von 3,72 m.

Der Treidelpfad ist seit langem unbenutzt.
September 2003