Der Canal latéral à la Garonne wurde 1856 als Umgebung für die schwierig zu befahrende Garonne eröffnet; er ist 194 Km lang und erstreckt sich von Toulouse, wo er Anschluß an den Canal du Midihat, bis nach Castets-en-Dorthe, wo er auf die gezeitenabhängige Garonne trifft. Er bildet ein wichtiges Glied in der 600 Km langen Verbindung vom Atlantik durch Südfrankreich zum Mittelmeer.
Drei seiner Zweigkanäle sind schiffbar, der wichtigste davon ist 11 Km lang und geht von Montech nach Montauban, wo er Verbindung zum Fluß Tarn hatte, der heute leider nicht mehr befahrbar ist. Die anderen beiden sind eigentlich nur zweistufige Schleusentreppen, die vom Garonne-Seitenkanal bei Moissac zum Tarn und bei Buzet-sur-Baíse zur Baíse hinunterführen.
Früher gab es auch in Toulouse und in Agen Zweigkanäle zur Garonne, die nunmehr zugeschüttet sind. Der Canal latéral à la Garonne wurde von dem Architekten Vauban entworfen und man begegnet eindrucksvollen Konstruktionen wie z.B. den Äquadukten über den Tarn bei Moissac und über die Garonne bei Agden.
Jüngeren Datums ist das erste Schiffshebewerk der Welt, Wasserkeil genannt, womit die Berufsschiffahrt die Schleusentreppe bei Montech umgeht; Sportboote benutzen jedoch weiterhin die fünf alten Schleusen.

Auf dem Garonne-Seitenkanal gibt es 53 Schleusen nach Castets-en-Dorthe hinunter, die einen Höhenunterschied von 128 m überwinden und 9 Schleusen im Zweigkanal nach Montauban. Die 5 Schleusen bei Montech werden durch ein Schiffshebewerk umgangen, welches 6 m breit ist und für Schiffe von 38,50 m konstruiert wurde. Die restlichen 48 Schleusen an der Hauptstrecke wurden in den 70er Jahren auf 38,50 m x 5,80 m vergrößert.
Die Schleusen in den Zweigkanälen, sowie die 5 Schleusen bei Montech sind nicht so lang. Ihre Abmessungen betragen 30,65 m x 5,80 m. Die meisten sind für automatische Bedienung ausgelegt, die Durchfahrt wird mit Hilfe von Lichtern geregelt.
Der zulässige Tiefgang ist 1,80 m, in den Zweigkanälen ist er geringer. Erkundigen Sie sich auf jeden Fall vor Ort.
Alle festen Brücken haben eine Mindestdurchfahrtshöhe von 3,60 m über normalem Wasserstand.
Ein guter Treidelpfad verläuft neben der gesamten Strecke.
Mai 2004