Die Marne ist schiffbar von Epernay bis zu ihrer Mündung in die Seine bei Charenton. Seit sie jedoch in Dizy, 5 km stromabwärts von Epernay mit den Canal latéral à la Marne verbunden wurde, betrachtet man Dizy als den Beginn der Hauptstrecke, während das nicht kanalisierte Stück der Marne, das nach Epernay hinaufreicht, als Zweigkanal gilt. Die schiffbare Strecke von Dizy bis Charenton ist 178 Km lang.
Der untere Lauf der Marne wird an manchen Stellen durch Kanalstücke umgangen, die zumindest noch unter ihren eigenen Namen bekannt sind: bei Meaux fährt man in den Canal de Meaux à Chalifert hinein und trifft bei Chalifert wieder auf die Marne. Dieser Kanal ist 12 Km lang und hat 3 Schleusen; zwischen den letzten beiden in der Nähe von Chalifert liegt ein 290 m langer Tunnel. Für Talfahrer ist die Tunneldurchfahrt durch Lichter geregelt, für Bergfahrer ist der Schleusenwärter der Schleuse 14 zuständig.
Der Canal de Chelles ist 9 Km lang, von Vaires-sur-Marne ( Km 155 ) bis nach Neuilly-sur-Marne ( Km 164 ); an jedem Ende liegt eine Schleuse.
Der Canal Saint-Maur durchsticht eine lange Schleife der Marne zwischen Joinville-le-Pont und Maisons-Alfort. Er ist 1,2 Km lang, die ersten 600 m verlaufen in einem Tunnel. Die Durchfahrt wird hier durch Lichter geregelt, die a) 50 m bergwärts des Tunnels am rechten Ufer und b) an der talwärtigen Tunneleinfahrt angebracht sind. Wenn "
Rot neben Grün" aufleuchtet, machen Sie sich fertig zur Einfahrt. Warnlichter am bergwärtigen Ende der Insel Ile Fanac ( Km 173 ) informieren den Talfahrer über die Situation, die er am Tunneleingang vorfinden wird. "Grün" bedeutet:" Wenn Sie mit normaler Geschwindigkeit weiterfahren, haben Sie am Tunneleingang grünes Licht." "Rot über Grün" bedeutet:"Sie müssen wahrscheinlich vor der Tunneleinfahrt anhalten." Talwärts des Tunnels durchfährt man eine große Schleuse.

Im Abschnitt zwischen Bry-sur-Marne ( Km 168 ) und der Einfahrt zum Canal Saint-Maur ( Km 173 ) teilt sich die Marne an zwei Stellen in zwei schiffbare Fahrwasser. Bei den Inseln Ile d´Amour und Ile des Loups benutzen Talfahrer das linke Fahrwasser, Bergfahrer dagegen das rechte. Umgekehrt verfährt man bei der Ile Fanac ( Km 173 ), da nehmen Talfahrer die Fahrrinne am rechten Ufer, Bergfahrer diejenige am linken. Wenn jedoch die Tore des Wehrs von Joinville offen sind, weil der Wasserstand im Fluß sehr hoch ist, können auch Bergfahrer das Fahrwasser am rechten Ufer benutzen.
Das Überholen ist an diesen Stellen generell
verboten, auch überall dort, wo man an anderen Flußinseln vorbeifährt. Das Verbot wird durch internationale Schiffahrtszeichen angekündigt. Wenn der Wasserstand der Marne am Pegel an der Brücke bei Joinville mit 35,52 m angezeigt wird, dient die Schleuse von Saint-Maur als Hochwasserabfluß und steht der Schiffahrt nicht zur Verfügung.

Hier gibt es 18 Schleusen plus eine Schleuse bei Créteil in der Abzweigung, die zum Hafen von Bonneuil führt. Dir ersten 3 Schleusen liegen in kurzen Schleusenkanälen. Schleuse 4-11 liegen im Fluß. Die restlichen Schleusen liegen in den oben beschriebenen Kanälen. Bis nach Neuilly-sur-Marne sind die Abmessungen 45,00 m x 7,80 m, während die letzten beiden Schleusen bei Créteil viel größer sind: 125,00 m x 12,00 m. Die verfügbare Breite ist allerdings im Tunnel von Saint-Maur auf 8,60 m eingeschränkt.

Der zulässige Tiefgang beträgt 1,80 m bis Neuilly-sur-Marne ( Km 165 ); danach und auch im Zweigkanal von Bonneuil sind es 3,00 m.

Die größte Durchfahrtshöhe ist 4,40 m von Epernay bis Neuilly-sur-Marne bei normalem bzw. 4,10 m über dem höchsten schiffbaren Wasserstand. Auf der übrigen Strecke beträgt die Durchfahrtshöhe 6,40 m bei normalem bzw. 4,70 m über dem höchsten schiffbaren Wasserstand.

Es gibt keinen Treidelpfad an dieser Strecke.
Die Marne bei Creteil
Mai 2004