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Der Canal du Midi, entworfen und erbaut von Pierre-Paul Riquet in den Jahren 1663 - 1681, ist die bei weitem beliebteste Binnenwasserstraße Frankreichs. Er ist 240 Km lang, beginnt in Toulouse, wo er an den Canal latéral à la Garonne anschließt und endet im Etang de Tau, einer geschützten Lagune, durch die man in den Mittelmeerhafen Sète und zum östlichen Ende des Canal du Rhône à Séte gelangt. Von Toulouse steigt der Kanal durch das große Getreideanbaugebiet bei Lauragais zu einer kurzen Scheitelhaltung auf 190 m Höhe, dem Col de Nauroze, hinauf. Mit Hilfe des von ihm selbst erdachten genialen Systems ist es P.-P. Riquet gelungen, eine großzügige Wasserversorgung für den Canal du Midi zu gewährleisten. Heute, nach 300 Jahren, sind das große Réservoir de Ferréol und die Versorgungskanäle Rigole de de la Montagne und Rigole de la Plaine, noch immer voll funktionsfähig. Ein imposanter Obelisk erinnert an den begabten Erbauer. Östlich der der Wasserscheide beginnt der Abstieg zum Mittelmeer, die Strecke führt an den Städten Castelnaudary und Carcassonne vorbei. Bei Fonsérannes, in der Nähe von Béziers, umgeht ein modernes Schiffshebewerk ( Wasserkeil ) die ehemalige Schleusentreppe, aus sechs bzw. sieben Schleusen, übrigens das zweite technische Bauwerk dieser Art in Frankreich nach dem Wasserkeil bei Montech am Garonne-Seitenkanal, welcher 1974 eingeweiht wurde. Der Tunnel von Malpas, der erste Kanaltunnel der Welt, ist 161 m lang und an der Wasseroberfläche 6,45 m breit. Er befindet sich in einer ungewöhnlich langen Kanalhaltung, die nicht unerwähnt bleiben darf: 54 Km ohne Schleusen !! Im Tunnel herrscht Einbahnverkehr, die Sicht ist ausreichend und es gibt keine zusätzlichen Fahrvorschriften. In einigen Äquadukten funktioniert der Verkehr ebenfalls nach dem Einbahnsystem, desgleichen auf einem engen Abschnitt bei Béziers, sowie unter den meisten Kanalbrücken. Ein wichtiger Nebenarm ist der 37 Km lange Zweigkanal von La Nouvelle; er führt an der Hauptstrecke ( Sallèles ) zum Industriehafen Port-la-Nouvelle. Ein anderer kurzer Zweigkanal, der "Abstieg" zum Hérault maritime ( Descent dans I´Hérault ) führt von der runden Schleuse von Agde zum Hérault-Fluß und ermöglicht damit einen weiteren Zugang zum Mittelmeer. Östlich der Schleuse von Agde benutzt dieser Kanal 1 Km lang das Flußbett des Hérault. Lesen Sie auch unter Hérault nach !! |