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Seit die Rhône vollständig kanalisiert wurde (März 1980), ist die Wasserstraße von der Einmündung der Saône bei Lyon-La Mula-tiere bis nach Port Saint-Louis-du-Rhône 310 km lang. Von dort gelangt man über einen kurzen Seekanal, den Canal Maritime Saint-Louis, ins Mittelmeer; die Barre, die der Fluß 6 km weiter stromabwärts in seinem Delta aufschüttet, ist für Schiffe unpassierbar. Das große Rhône-Ausbauprogramm, welches 1933 von der Compa-gnie Nationale du Rhône in Angriff genommen wurde (es geht auf einen Erlaß aus dem Jahr 1921 zurück), ist zwischen Lyon und der See abgeschlossen. Die schiffbare Strecke wechselt zwischen tiefen, breiten Flußabschnitten und elf Schleusenkanälen. Obwohl die Rhône bereits in der Römerzeit und davor einen wichtigen Verbindungsweg darstellte, war sie doch immer als schwieriger Fluß berüchtigt, sogar dann noch, als nach den Regulierungsarbeiten in den Jahren 1885-1905 der schiffbare Tiefgang bei Niedrigwasser auf 1,60 m verbessert worden war. Die Ausbauten, welche die CNR zwischen Lyon und dem Mittelmeer fertigstellte, haben den Fluß für 1500-Tonnen-Lastschiffe und 4500-Tonnen-Schubverbände ganzjährig schiffbar gemacht. Die zwölf Wasserkraftwerke produzieren 13000 GWH pro Jahr, das sind 16 % der Gesamtproduktion des Landes aus Wasserkraft (20 %, wenn man die Obere Rhône mitrechnet). Auch die Landwirtschaft hat von dem Ausbau profitiert, denn es wurde für das gesamte Rhônetal ein neues oder modernisiertes Bewässerungsnetz geschaffen. Die gigantischen Meisterwerke der Technik lenken nur wenig von der Schönheit der Landschaft ab; der Fluß bahnt sich seinen Weg zwischen den Alpen und den Ausläufern des Zentralmassivs. Der Skipper muß nicht mehr wie zuvor in einem Zug durch das Rhônetal hasten, ständig mit Angst im Nacken vor den Gefahren dieses ungebändigten Flusses, vor seinen bedrohlichen Buhnen oder vor der Rechnung, die ihm der Lotse am Ende der Fahrt präsentieren wird. Er kann vielmehr die schönen Städte und historischen Stätten besuchen, die jenseits der Flußufer liegen. In Lyon mündet die Saône in die Rhone und stellt somit Verbindung zu den Kanälen in Ost- und Mittelfrankreich her. Die Kanalverbindungen, welche die Rhône talwärts von Avignon hat, sind bei den Ausbauarbeiten ebenfalls total umgestaltet worden; so kann man z. B. nicht mehr in Beaucaire in den Canal du Rhône á Sete einfahren, da durch die Tieferlegung der Rhône die Einfahrtsschleuse unbrauchbar geworden ist. Stattdessen ist die Kleine (Petit) Rhône, früher nur ein halb- schiffbares Fahrwasser im Delta, als Großschiffahrtsverbindung auf einer etwa 20 km langen Strecke von Fourques, wo sie von der Rhône abzweigt, bis nach Saint-Gilles, ausgebaut worden. Von hier erreicht man über einen kurzen Kanal mit einer Schleuse den Canal du Rhône á Sete. Ähnlich verhält es sich am linken Rhôneufer mit dem Canal d'Arles á Fos, dem ehemaligen Canal de Marseilles au Rhône; er hat seine Rolle als Durchfahrtsstrecke zum Golfe de Fos und nach Marseilles eingebüßt. Die großen Handelsschiffe fahren jetzt über den neueröffneten Canal du Rhône á Fos, in den man etwas stromaufwärts der Fähre von Barcarin einläuft. Skipper von Sportbooten müssen den Weg über Port-Saint-Louis nehmen, auch weil man von den Einkaufs- und Hilfsmöglichkeiten dieser kleinen Stadt Gebrauch machen kann. Wichtige Anmerkung: Die Kilometertafeln an der Rhône beziehen sich auf die ursprüngliche Länge des Flusses, gerechnet von einem Punkt, der 0,7 km stromaufwärts der Einmündung der Saône liegt, bis nach Port-Saint-Louis. |